Liebe Kolleginnen,
liebe Kollegen,

moderne Lebensverhältnisse sind unsichere Verhältnisse. Das wissen wir spätestens, seit Kriege, Finanzkrisen, globale Katastrophen oder Terroranschläge zu unserem Alltag gehören und persönliche Bindungen und Identitäten - die bewährten Fluchtwege aus Unsicherheit – eher schwächer werden. Die Welt scheint aus den Fugen zu geraten.

Umso mehr wäre Vertrauen in Mitmenschen, Instanzen oder Institutionen notwendig, das bekanntlich nur entsteht, wenn diese uns das Gefühl vermittelten, sie würden in Zukunft zuverlässig auf eine für uns positive Weise handeln.

Dieses Gefühl stellt sich allerdings bei immer weniger Menschen auch in nahen und belangvollen Beziehungen ein und das Vertrauen der Deutschen in ihre politischen Institutionen und Eliten ist nicht gerade ausgeprägt.

Soziologisch werden die strukturellen Ursachen dieser Entwicklung mit der Pluralisierung der Lebensstile in unserer freiheitlichen Ordnung in Verbindung gebracht. Lebenspartner wie Politiker sind offenbar weder unmoralischer noch inkompetenter als früher, nur können sie mit ihren Angeboten nicht mehr die vielfältigen Erwartungen und fragmentierten Präferenzen ihrer Gegenüber integrieren.
Je mehr der Wandel von Lebens- und Arbeitsbedingungen die Menschen erschöpft, desto virulenter wird der Teufelskreis von Unsicherheit und Misstrauen. Nicht nur in therapeutischen Beziehungen verengen sich die Gestaltungsräume dramatisch.

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Vertrauenskrisen

in Psychotherapie und Gesellschaft

Das Leitthema der 26. Erfurter Psychotherapiewoche 2018 bildet den Rahmen für die Annäherung an diese Probleme, die sowohl unseren Berufsstand als auch unser demokratisches Gemeinwesen insgesamt betreffen. Die Plenarvorträge werden - wie gewohnt - in interdisziplinärer Perspektive den Fokus auf jene Themen richten, die uns als in dieser Welt lebende Menschen und Psychotherapeuten angehen.

Online-Anmeldung

Wir freuen uns auf anregende Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Berufen und methodischen Orientierungen.

Wir hoffen, dass die angebotenen methodisch-fachbezogenen Seminare und Kurse auch in diesem Jahr die Bedürfnisse von Ärzten, Psychologen und klinisch tätigen Therapeuten nach Fortbildung wie nach Weiterbildung treffen. Für die in der Grundversorgung Tätigen sowie in Weiterbildung befindlichen Ärzte eignet sich eine reiche Palette von Angeboten. Wie immer ergänzen spezielle Kurse für therapeutisch und kotherapeutisch tätige Mitarbeiter der Krankenpflege und für Musik-, Bewegungs- und Gestaltungs-, Ergo- und Körpertherapeuten sowie Sozialpädagogen das Programm. Wir laden Sie herzlich ein, die unverwechselbare Atmosphäre dieser Tage im einmaligen kulturhistorischen Zentrum Erfurts mit vielfältigen kulturellen Höhepunkten zu erleben und freuen uns auf Ihre Teilnahme.

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Prof. Dr. Michael Geyer

Ihr Prof. Dr. Michael Geyer
für die wissenschaftliche und organisatorische Leitung